"> Kerbholz Custom Drums Custom

     

CUSTOM

Custom heisst in diesem Falle kundenspezifisch hergestellt. Das A und O ist wirklich ein Gespräch über Klangvorstellungen, Klangerfahrungen,Sounds und Stimmungen.

Gefertigt wird fast alles, was im Bereich des theoretisch möglichen liegt.
Kessel von 6 – 28 Zoll Durchmesser in verschiedenen Holzarten, Kesselstärken mit allen üblichen oder unüblichen Gratungen.
Oberflächen mit Folienbeschichtung, edle Holzfurniere, Sonderlackierungen oder geölte und polierte Kessel sind machbar. Auch ganz spezielle, ausgefallene Optiken konnten schon realisiert werden.
Eine sorgfältige Auswahl von Kesseln in verschiedenen Hölzern, wie Ahorn, Birke, Mahagoni, Buche und Acryl und Beschlägen in Chrome, Schwarz oder Gold lassen keine Wünsche offen !
Fundamental wichtig ist das erste Kundengespräch, indem alle relevanten Eckpunkte zusammengetragen werden und dementsprechend die Set-Konfiguration zusammengestellt wird.
Die eierlegende Wollmilchsau zu kreieren ist eigentlich unmöglich, aber wir arbeiten daran !!

Deswegen sollte sich der ambitionierte Trommler vor dem Kauf genau überlegen, wie er sein Set einsetzen will. In einer kleinen Jazz Combo ist ein Set welches für eine Hard Rock Band konzipiert ist fehl am Platz. Ebenso ist es kaum möglich aus einer süßen 18er Bassdrum einen John Bonham Sound zu zaubern, es sei denn, man hat einen Hexer am Mischpult !!


Es gibt jede Menge gute und weniger gute Publikationen über Kesselkonstruktionen, Kesselmaterialien, Kesselgratungen und Fellstimmungen. Grundsätzlich gibt es einige einfache Regeln :

1. Dünne Kessel haben aufgrund ihrer geringen Masse mehr Resonanzklang und Wärme.
2. Dicke Kessel sind lauter und betonen den Anschlag mehr, haben aber weniger Wärme.
3. Spitze Kesselgratungen bedeuten mehr Obertöne und Resonanz (kleine Kontaktfläche)
4. Halbrunde oder runde Kesselgratungen bedeuten mehr Kontaktfläche zwischen Fell und Kessel, also mehr Dämpfung.
5. Wenn sich im Kessel keine Hindernisse befinden, also keine Verstärkungsringe angebracht sind, wird die Trommel offener klingen und stärker schwingen. Wenn der Kessel jedoch Verstärkungsringe besitzt, hat die Trommel einen kürzeren Nachhall und eine stärkere Präsenz im mittleren Bereich bzw. Attack, im Vergleich zu hindernisfreie Keseln. Der  Verstärkungsring mindert die Resonanzfähigkeit und schmälert somit die Ansprache im tiefsten und höchsten Bereich ein wenig. Daher klingt eine Trommel ohne Verstärkungsringe normalerweise heller, bzw. hochfrequenter, während eine dünne Trommel mit Verstärkungsringen zusätzlich die Resonanz im Tieftonbereich verbessert.


6. Ahorn (Maple) ist das beliebteste aller im Trommelbau verwendeten Hölzer. Ahornkessel liefern einen weichen, warmen Ton mit betonten tieferen Frequenzen und ausgewogenen Mitten und Höhen. Sie klingen sehr klar und unterstützen ein breites Tuningspektrum bei sehr guten Allroundeigenschaften.
7. Birke (Birch) ist ein sehr dichtes, robustes Holz. Im Vergleich zu Ahorn hat es im unteren Frequenzbereich einen Verlust von 10 % und eine um ca. 20 % verstärkte Resonanz im oberen Frequenzbereich, wobei die mittleren Frequenzen ungefähr gleich bleiben. So wird ein Birken-Set härter und heller klingen.
8. Buche ( Beech) ist genauso hart wie Birke, seine gröbere Maserung verleiht aber gerade den mittleren und unteren Frequenzen mehr Druck. Buchenkessel bieten einen kraftvollen, lebendigen Klang. Wer die Präzision und Kraft von Birke und die Offenheit und Wärme des Ahorns sucht, für den ist Buche sicherlich eine echte Alternative.
9. Mahagoni ( Mahogany) war über 50 Jahre der Standard im Kesselbau. Heute findet das recht teure Holz leider seltener Verwendung. Durch seine ausgeprägten Bässe, weichen Mitten und sehr sanften Höhen wirkt der Klang von Mahagonikesseln sehr warm und sonor, verfügt aber dennoch über einen satten Punch.
10. Pappel (Poplar) ist ein schnell wachsendes Holz, dessen Klang in Richtung Birke und Mahagoni geht. Pappel wird häufig in Verbindung mit teureren Tonhölzern verwendet.Hier bestehen die inneren Schichten aus Pappel, die äußeren aus Ahorn oder Mahagoni.
11. Linde ( Basswood ) ist auch ein schnell wachsendes, relativ günstiges Holz. Der Klang wird von einigen Drummern mit Ahorn, von anderen mit Mahagoni verglichen.  Tatsache ist, dass Kessel aus Linde ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis bieten und dabei klanglich nicht nur Einsteiger überzeugen können.
12. Acryl als Keselmaterial taucht seit den 60er Jahren immer wieder auf dem Markt auf. Ein Acryl-Set dürfte der Traum eines jeden Tontechnikers sein, da es von Natur aus sehr trocken und perkussiv klingt. Auf Grund der wenigen Obertöne und der hohen Lautstärke eignet sich solch ein Set sehr gut für Live Auftritte auf kleinen oder größeren Bühnen.


Die Kesseltiefe hat zwar auch Einfluss auf die Wärme und Resonanz der Trommel, vorrangig aber auf Lautstärke und Aussprache/Betonung. Der Durchmesser hat deutlich mehr Einfluss auf die Erzeugung von tiefen Tönen. Eine größere Tiefe erhöht die Lautstärke oder Kraft, da die Tiefe Einfluss auf die Resonanzfrequenz der kesseleigenen Grundnote hat. Ein flacherer Kessel erzeugt einen kürzeren Ton und verleiht der Trommel mehr Betonung, da die Fläche der Kesselwand kleiner ist und deshalb nicht so stark schwingen kann wie eine größere Oberfläche. Ein geringerer Abstand zwischen Schlag -und Resonanzfell bedeutet, dass das Resonanzfell schneller reagiert oder anspricht beim Anschlagen des Schlagfells. Es reagiert besser bei sanfter Spielweise.
Je tiefer ein Kessel, umso wahrscheinlicher ist es, dass dieser wegen der gesteigerten Resonanzeigenschaften einen dunkleren oder wärmeren Klang produziert, was aber nicht mit einer tieferen Stimmung verwechselt werden sollte.
Bezüglich des Durchmessers sollte man sich im Klaren darüber sein, welchen Schlagzeugsound man bevorzugt und wie man sein Set stimmt.
Klang ist eben doch eine subjektive Sache. Ein „besserer“ Klang ist immer der, den man sich von der Trommel wünscht, und entgegen aller Marketing Propaganda : Preiwert heißt nicht schlecht-klingend. Ein günstiges Set mit den richtigen Fellen, korrekter Stimmung und guter Kesselgratung klingt allemal besser als ein altes teures Vintage-Set mit verzogenen Kesseln, ungleichmäßiger Kesselgratung und alten Fellen !
Daher ein kleiner, sehr, sehr wichtiger Tipp am Rande bevor massenweise Geld für neue Felle oder ein neues Set ausgegeben wird. Nimm dir 10 Minuten Zeit und kontrolliere die Kesselgratung. Es reicht nicht, wenn man zwei 45° Winkel auf jeder Seite misst. Diese müssen gleichmäßig verlaufen, sehr gleichmäßig. Die Trommel muss rund sein, sehr rund.
Ist dies nicht der Fall, ist das ein sicheres Zeichen für Probleme. Der Kessel muss auch eben auf einer planen Oberfläche liegen. Lege ein schwarzes Papier auf eine flache, harte Oberfläche ( Arbeitsplatte ) und leuchte mit einer Taschenlampe von oben ins Kesselinnere. Wenn alles passt, ist die Trommel ein guter Kandidat, um einen guten Ton aus ihm herauszuholen. Falls nicht, lohnt sich der Besuch beim Trommelbauer, der den Kessel plan schleift und nachgratet. Es ist das Geld wert !
Ein Kessel, der nicht mehr rund, also verzogen ist, kann immer noch als Dekorationsstück verwendet werden. Ein sauberer Klang ist aus ihm nicht mehr rauszuholen.
Wenn du ein „Vintage“ Set benutzt, oder auch ein beliebiges anderes Set, achte einmal auf das Produktionsjahr und wie die Trommeln verarbeitet wurden. Du bemerkst hieran, ob dieses Set so produziert wurde um die Soundvorstellungen des Drum Designers wiederzuspiegeln, oder den populären Sound aus der jeweiligen Ära. 
Jeder kann recht schnell feststellen ob sein Set so gestimmt werden kann, dass es möglichst resonant klingt, abgesehen von den Stimmfähigkeiten oder den verwendeten Fellen. Wenn du bei näherer Betrachtung feststellst, dass dein Set produktionstechnische Mängel aufweist, überdenke den beabsichtigten Fellwechsel noch einmal, da du es wohlmöglich nicht schaffen wirst, den gewünschten Sound durch einen Fellwechsel zu erreichen. Unter anderen Umständen wird ein Fellwechsel sicherlich funktionieren. 
Durch einfaches Entfernen des Fells bei jeder beliebigen Trommel liegt die Antwort direkt vor dir. Viele alte Sets wurden mit Kesselgratungen hergestellt, die eine Abschrägung zwischen 30° und 60° zur Kesselinnenseite haben. Auf der Außenseite des Kessels ist die Gratung meistens (anders als bei den heutigen Verfahren) von der obersten Kante zur Außenseite hin abgerundet. Kombiniert man hierzu noch einen verbogenen oder verformten Spannreifen, wird man jedes beliebige Fell probieren können, der Kessel wird immer einen „dumpfen“ Klangcharakter haben. Je flacher der Kesselgrat ist, oder ein Kesselgrat mit 30° Abschrägung zur Innen- oder Außenseite, oder auch abgerundet, umso mehr wird die Trommel diesen dumpfen, pappkartonartigen Klang erzeugen. Bei neueren Trommeln, die für gewöhnlich einen 45° Schnitt mit schmalem Radius von weniger als 1/16 Zoll haben (Einige Bass- und Snaredrums variieren hier), lässt sich der Resonanzklang einfacher erreichen. Die Kesselgratungen sind das Werkzeug des Trommelkonstrukteurs, um einer Trommel ihren Signature-Sound zu verpassen.

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